Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeitskommunikation:
Warum sie wichtiger ist denn je
Beim Thema Nachhaltigkeitskommunikation herrscht in vielen Unternehmen Unsicherheit. Grund hierfür sind politische Vorgaben und Regularien. Im Februar 2025 veröffentlichte die Europäische Kommission ihren Vorschlag zur sogenannten „Omnibus-Verordnung“, die den bürokratischen Aufwand bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung reduzieren soll. Im Zuge dessen wurde der Anwendungszeitpunkt der Corporate Social Reporting Directive, kurz CSRD, um zwei Jahre nach hinten verschoben.
Die Folge: Viele Unternehmen, die seit Monaten erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen investiert haben, um ihrer Pflicht nachzukommen, sind aus voller Fahrt auf die Bremse getreten und haben das Thema erst einmal auf Eis gelegt. Hinzu kommt, dass der aktuelle politische Kurs wenig Rückenwind für Klima- und Nachhaltigkeitsinitiativen signalisiert. Das Verhalten seitens der Unternehmen ist nachvollziehbar – greift jedoch zu kurz.
Nachhaltigkeitskommunikation:
Engagement sichtbar machen
Trotz aller regulatorischen Unwägbarkeiten bleibt das Ziel eines klimaneutralen Deutschlands bis 2045 politisch gesetzt – und stellt Unternehmen vor erhebliche Transformationsanforderungen. Unternehmen sind also weiterhin gefordert, ihre Nachhaltigkeitsleistung wirksam umzusetzen und im besten Fall glaubwürdig zu kommunizieren. Für eine überzeugende Nachhaltigkeitskommunikation gibt es kein Patentrezept, denn jede Organisation bringt ihre eigene Haltung, Kultur und Dynamik mit. In unserer Arbeit erleben wir, wie vielfältig Nachhaltigkeitskommunikation ist: Von zurückhaltend bis visionär, von pflichtgetrieben bis strategisch integriert.
Vier typische Herangehensweisen lassen sich erkennen – nicht als Bewertung, sondern als Orientierungshilfe:
Die Heimlichtuer
Das Unternehmen schweigt zum Thema Nachhaltigkeit. Aus Angst vor Angriffen der Öffentlichkeit – zum Beispiel Greenwashing-Vorwürfen – werden Klimastrategie und Umweltinitiativen bewusst unter dem Deckel gehalten (Stichwort „Greenhushing“). Die Verantwortlichen handeln nach der Maxime „Wir hängen unser Engagement nicht an die große Glocke.“
Die Reaktiven
„Wir antworten, wenn jemand fragt“ – das Unternehmen kommuniziert reaktiv und überlässt die Deutungshoheit über seine Nachhaltigkeitsleistung damit anderen. Es agiert nicht aus Überzeugung, sondern reagiert auf äußeren Druck – oft zu spät und ohne klare Strategie. Kleinere Maßnahmen werden nach dem Gießkannenprinzip umgesetzt – hier eine Spende für den Kindergarten, dort ein Sponsoring für ein lokales Sportevent – folgen jedoch keiner zielgerichteten Strategie.
Die Proaktiven
Nachhaltigkeit ist Teil der Unternehmens-DNA und fest in der Strategie, der Kultur und den Werten verankert. Ziele und Erfolge kommuniziert die Organisation in ihren eigenen Kanälen und bindet Multiplikatoren aktiv in die Kommunikation ein. Nachhaltigkeitskommunikation dient der Reputation und wird als Wettbewerbsvorteil genutzt: „Wir sprechen offen über Nachhaltigkeit, weil wir langfristig erfolgreich sein, die Umwelt schützen und soziale Verantwortung übernehmen wollen.“
Die Pioniere
Das Unternehmen setzt Maßstäbe in der Nachhaltigkeitskommunikation und erzählt eine klare, inspirierende Story. Nachhaltigkeit dient als Leitmotiv für alle Bereiche: „Die Zukunft der nachfolgenden Generationen liegt uns am Herzen. Mit unserer Haltung wollen wir Menschen und andere Unternehmen dazu inspirieren, sich für eine nachhaltige Zukunft einzusetzen.“
Nachhaltigkeitskommunikation bleibt eine Zukunftsaufgabe
Kam Ihnen beim Lesen die ein oder andere Beschreibung bekannt vor? Natürlich geht es nicht darum, Unternehmen in Schubladen zu stecken, sondern Entwicklung zu ermöglichen. Gerade in unsicheren Zeiten bietet eine strategisch durchdachte und authentische Nachhaltigkeitskommunikation Orientierung, schafft Vertrauen und verbindet Menschen. Sie macht deutlich, dass Werte und Haltung nicht von äußeren Umständen abhängen, sondern fest im Kern des Unternehmens verankert sind. Wer heute mutig und klar kommuniziert, gestaltet die Zukunft aktiv mit – und bleibt für Kunden, Mitarbeitende und Partner nachhaltig relevant.
Wie wir Sie unterstützen
Wir bei Publik sind davon überzeugt, dass Nachhaltigkeitskommunikation mehr ist als eine Pflichtübung. Sie braucht Haltung und Expertise, um Menschen zu erreichen und zu bewegen. Gerade die Gen Z will für Unternehmen arbeiten, die Überzeugungen haben und Werte authentisch leben. Unser Ansatz:
- Strategie und Positionierung: Wir entwickeln gemeinsam mit Ihnen eine Nachhaltigkeitsstory, die zu Ihrem Unternehmen und Ihrer Marke passt.
- Berichterstattung und Storytelling: Wir unterstützen sie bei der Erstellung von Berichten und gestalten verständliche, ansprechende Narrative für unterschiedliche Zielgruppen.
- Stakeholder-Dialog: Wir gestalten und begleiten den Austausch mit Kunden, Mitarbeitenden, Partnern und weiteren Stakeholdern und unterstützen, Feedback gezielt zu nutzen.
- Kanalplanung: Wir entwickeln Konzepte für alle internen und externen Kanäle und kümmern uns um die Umsetzung.
Takeaways
- Vertrauen fördern: Nachhaltigkeitskommunikation bietet gerade in unsicheren Zeiten Orientierung und stärkt das Vertrauen von Kunden, Mitarbeitenden und Partnern
- Wettbewerbsvorteil nutzen: Mit klarer Strategie, authentischer Story und gezieltem Stakeholder-Dialog wird Nachhaltigkeit zum Wettbewerbsvorteil
- Motivation von innen: Gesetzliche Vorgaben sind wichtig, sollten aber nicht die einzige Motivation sein – echte Nachhaltigkeit entsteht durch freiwilliges und intrinsisch motiviertes Handeln

