Categories

Kommunikation in der Insolvenz – (denn) das letzte Wort ist noch nicht gesprochen


Lesedauer: 7 Minuten

Das Ende der Pandemie ist noch nicht abzusehen, aber eines ist bereits klar: Corona hat seine Spuren in der Wirtschaft hinterlassen. Die Maßnahmen der Regierungen in Bund und Ländern haben in Deutschland zwar bislang einen Anstieg bei den Insolvenzen verhindert (zeit.de), aber viele Experten rechnen im Herbst 2020 mit einer Insolvenzwelle. Insbesondere in stark betroffenen Branchen wie der Automobilindustrie, dem Handel, der Gastronomie, der Veranstaltungs- und der Tourismusindustrie drohen Zahlungsunfähigkeiten (spiegel.de).

Hoher Kommunikationsbedarf in der Krise

Unternehmer, Geschäftsführer und Verwalter stehen im Fall einer Insolvenz unter großem Handlungsdruck. Mitarbeiter sind ebenso verunsichert wie Kunden, Partner und Gläubiger. Alle Stakeholder und die Öffentlichkeit wollen wissen, wie es mit dem Unternehmen weitergeht.

Insolvenz ist auch eine Chance

Egal ob eine Insolvenz in der Eigenverwaltung oder als Regelinsolvenz durchgeführt wird – im Falle der Zahlungsunfähigkeit eines Unternehmens steht es im Vordergrund, die wirtschaftlich beste Lösung für alle Beteiligten zu finden. Das erfordert die ganze Kraft und Konzentration der Entscheidungsträger.

Für die Kommunikation bleibt dabei oft zu wenig Zeit. Dabei sind externe und interne Kommunikation gerade in einem solchen Krisenfall wichtig für den Erfolg des Insolvenzverfahrens. Denn: Lieferketten müssen intakt bleiben, die Mitarbeiter motiviert und die Reputation der eigenen Marke geschützt werden. Wichtig ist es, dass eine Insolvenz auch als eine Chance für das Unternehmen verstanden wird (magazin.ihk-muenchen.de). Sanierung und Restrukturierung sind anspruchsvolle Prozesse, an deren Ende das Unternehmen mit neuer Kraft aus der Krise kommen kann.

Relevanter Partner in der Insolvenz

Zwei Männer im Boot retten einen Mann auf dem Wasser – Hilfe in der Insolvenz

Eine Kommunikationsagentur mit entsprechender Erfahrung kann ein relevanter Partner in der Insolvenz sein.

Eine Insolvenz ist für alle Beteiligten eine hochsensible Situation, die insbesondere in der Kommunikation sehr viel Fingerspitzengefühl erfordert. Es gilt, alle Stakeholder des Verfahrens – Gläubiger, Banken, Mitarbeiter, Kunden, Partner und Lieferanten – frühzeitig zu identifizieren und mit ins Boot zu holen. Mit einer Kommunikationsstrategie, die interne und externe Zielgruppen gleichermaßen berücksichtigt, erreichen die Verantwortlichen dieses Ziel. Eine Kommunikationsagentur setzt im richtigen Moment auf die richtigen Botschaften. Unterschiedliche externe und interne Kanäle werden genutzt, um die Inhalte zielgruppengerecht zu transportieren.

Mit Transparenz Vertrauen schaffen

Im Falle der externen Kommunikation sind die wesentlichen Pflichten gesetzlich definiert. Dabei ist der in der Insolvenzordnung genannte Empfängerkreis – Insolvenzgericht, Insolvenzverwalter, Gläubigerausschuss und auf Anordnung des Gerichts die Gläubigerversammlung – lediglich eine Minimallösung. Der Insolvenzverwalter oder die Entscheider im Unternehmen müssen die verschiedensten, teilweise gegenläufigen Interessen aller Stakeholder miteinander versöhnen: Zum einen sollen sie die wirtschaftliche Situation offen darlegen, zum anderen gilt es, Ängste oder gar Panik zu vermeiden und Perspektiven für die Zukunft aufzuzeigen. Transparenz – soweit möglich – ist dabei der Schlüssel für eine glaubwürdige Kommunikation, die Vertrauen bei allen Beteiligten schafft.

Gerüchten keinen Raum geben

Wichtig ist es vor allem aber auch, den Informationsfluss nie versiegen zu lassen, denn nichts schafft in einer solchen Krise soviel Unsicherheit wie Schweigen. Dann können schnell Gerüchte aufkommen und die Entscheider im Unternehmen verlieren im schlimmsten Fall die Initiative in der Kommunikation (anwalt.de). Diese ist dann nur schwer wiederzugewinnen. Eine Agentur verfügt über das Know-how und die Ressourcen, um die Kommunikation permanent in Gang zu halten und immer ein Auge auf mögliche kritische Entwicklungen zu haben. Sie entlastet so das Unternehmen bei der Medienarbeit und ermöglicht, dass der Insolvenzverwalter sich voll und ganz auf seine Kernaufgaben konzentrieren kann

Interne Kommunikation ist entscheidend

Interne Kommunikation – 3 Mitarbeitet stehen im Kreis und reden miteinander

Gerade der internen Kommunikation wird im Insolvenzfall oftmals zu wenig Bedeutung beigemessen. Zunächst gelten auch hier die gesetzlichen Vorgaben: In der Regelinsolvenz muss der Insolvenzverwalter unmittelbar nach der Eröffnung des vorläufigen Verfahrens auf einer Betriebsversammlung die Mitarbeiter umfassend über die Insolvenz und deren Folgen informieren. In regelmäßigem Abstand sollte er zudem die Belegschaft auf dem Laufenden halten.

Ein professioneller Partner kann auch bei der internen Kommunikation wertvolle Unterstützung leisten. Gerade in der Kommunikation mit Mitarbeitern gilt: Ehrlichkeit und Empathie sind Trumpf!

Sanierung nur gemeinsam möglich

Noch stärker als in der Regelinsolvenz, kann es bei einer Insolvenz in Eigenverwaltung schwerwiegende Folgen haben, wenn die Verantwortlichen die interne Kommunikation vernachlässigen. Schließlich soll mit den bestehenden Mitteln der Geschäftsbetrieb so normal wie möglich weiterlaufen. Wenn das gelingt und gleichzeitig Sparmaßnahmen greifen, besteht die berechtigte Hoffnung, dass am Ende das Unternehmen in die Gewinnzone zurückkehren und so saniert werden kann.

Schon bevor der Insolvenzfall eintritt, droht immer auch eine Abwanderung von Mitarbeitern – das Unternehmen muss dann alles versuchen, um insbesondere die hochqualifizierten Leistungsträger an sich zu binden, um handlungsfähig zu bleiben (ihk-berlin.de). Oft sind im Insolvenzfall die Mitarbeiter zunächst frustriert, mutlos und vom eigenen Management enttäuscht. Die Kommunikationsverantwortlichen sollten deswegen die Belegschaft mit allen Mitteln motivieren, schließlich sollen die Mitarbeiter den schweren Weg durch die Insolvenz gemeinsam mit dem Management gehen. Die Ansprache und auch die Wahl der Kanäle müssen dabei differenzieren, zum Beispiel zwischen den Mitarbeitern in der Verwaltung und in der Produktion.

Partner mit Vorteilen bei der Credibility

Ein neutraler Blick von außen kann in der Insolvenz hilfreich sein. Die Erfahrungen zeigen zudem, dass die Kommunikation über einen externen Partner von den Mitarbeitern oftmals besser angenommen wird, als wenn sie über die bekannten Personen im Unternehmen erfolgt. Denn es ist gerade dieser bekannte Personenkreis, der in der Wahrnehmung der Mitarbeiter für die wirtschaftlichen Probleme verantwortlich gemacht wird – auch wenn die Faktenlage oftmals ganz anders ist. Ein Kommunikationsexperte einer Agentur dringt unter Umständen mit seinen Botschaften eher zu den enttäuschten Mitarbeitern durch; er kann eine von der Unternehmensleitung unabhängige Instanz darstellen und so eine Vermittlerrolle zwischen dem Management und der Belegschaft einnehmen. Er wird dabei den richtigen Ton im Umgang mit den Mitarbeitern treffen – und so verloren gegangenes Vertrauen wiederherstellen.

Wie erfolgreich ein Insolvenzverfahren abgeschlossen wird, hängt also wesentlich von einer ganzheitlichen, sensiblen Kommunikationsstrategie ab. Unser Anspruch als Kommunikationsagentur ist es, alle Facetten und die Interessen der verschiedenen Stakeholder miteinander in Einklang zu bringen und dialogorientierte Maßnahmen zu gestalten. Das Team von Publik verfügt unter seinen Beratern über mehrere Volljuristen und erfahrene Kommunikateure in den Bereichen Crisis und Change Management. Wir sind daher der richtige Partner für Sie und stehen Ihnen mit unserer Erfahrung und Expertise im Insolvenzfall zur Seite. Sprechen Sie uns an!

Fünf Goldene Regeln für die Insolvenz­kommunikation

  1. Sprechen Sie Klartext. Öffentlichkeit und Stakeholder wollen keine Floskeln hören, sondern mit klaren Informationen versorgt werden!
  2. Zeigen Sie Fingerspitzengefühl, besonders gegenüber den Mitarbeitern. Für jeden im Unternehmen ist eine Insolvenz eine schwerwiegende Krise. Seien Sie also empathisch!
  3. Zögern Sie nicht, auf externe Ressourcen zurückzugreifen. Auch wenn Sie ein Unternehmen vielleicht als Inhaber jahrzehntelang geführt haben – in der Insolvenz müssen neue Wege gegangen werden. Es geht um die Existenz Ihres Unternehmens!
  4. Sprechen Sie mit einer Stimme. Nichts ist schlimmer, als wenn Verantwortlichkeiten in der Kommunikation nicht klar verteilt sind. Organisieren Sie die Kommunikation und stellen Sie unmissverständlich Regeln auf. Benennen Sie eine Person als Verantwortlichen.
  5. Seien Sie ehrlich und so transparent wie möglich. Natürlich sind nicht alle Informationen für jede Zielgruppe gedacht. Aber wenn Sie kommunizieren, bleiben Sie bei der Wahrheit.
Bernhard Schenk

IHR ANSPRECHPARTNER
BERNHARD SCHENK

Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie mehr Informationen oder konkrete Unterstützung beim Thema Kommunikation in der Insolvenz wünschen.